Eintauchen in die Geschichte einer ganzen Region
Tradition und Geschichte findet man in Greifswald an jeder Ecke. Die Hansestadt bietet Backsteingotik, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, aber auch jugendlichen Charme. Sobald die Sonne lacht, sind Straßen und Märkte voll mit Menschen.

Blick auf das Hauptgebäude des Pommerschen Landesmuseums
Ein kulturelles Highlight ist das Pommersche Landesmuseum. Es befindet sich gleich um die Ecke vom Markt und besteht aus insgesamt vier historischen Gebäuden, die durch eine moderne Glaskonstruktion miteinander verbunden werden. 1996 durch eine Stiftung initiiert, widmet es sich der Geschichte der Region Pommern. Das Wort stammt vom Slawischen "po more" ab und bedeutet "am Meer". Heute gehören Teile Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und die polnischen Woiwodschaften Westpommern, Pommern und Kujawien-Pommern zu dieser Region. Als Teil der Pomerania Region betreibt das Museum grenzüberschreitende Kultur- und Projektarbeit mit Polen und Schweden.
Beeindruckend an dem weitläufigen Museum sind seine Architektur und der Umfang seiner Sammlungen. Eine ständige Ausstellung zur Erd- und zur Landesgeschichte, eine hochwertige Gemäldesammlung und wechselnde Sonderausstellungen können in den verschiedenen Gebäuden entdeckt werden. Da heißt, es genügend Zeit mitzubringen, will man alles in Ruhe entdecken.
Die Architektur
Das Pommersche Landesmuseum steht auf dem Gelände eines Franziskaner-Klosters, das, 1262 gegründet, bereits im Zuge der Reformation wieder aufgelöst wurde. Von den ursprünglichen Gebäuden des sogenannten "Grauen Klosters" sind noch die Klosterbibliothek und das Konventsgebäude erhalten. In der Klosterbibliothek ist seit der Restaurierung die Museumsverwaltung untergebracht. Das Konventsgebäude ist zum größten Teil ein Neubau. Es bietet Platz für die Sonderausstellungen.
Den ersten Blick zieht jedoch das Hauptgebäude auf sich. Der langgestreckte spätklassizistische Bau besticht mit schlichter Schönheit. Der mit Platten und einem flachen Brunnen gestaltete Vorplatz sowie eine grüne Wiese mit Bäumen unterstreichen die klaren Linien des Gebäudes. Es ist das jüngste im historischen Ensemble des Museums. Sein Eingang verbindet das Alte mit dem Neuen. Zwei auffällige Stelen aus bronziertem Messing flankieren ihn. Zwischen ihnen befindet sich eine Glastür, die die historische, hölzerne Eingangstür darunter vor der Witterung schützt.

Eingang des Pommerschen Landesmuseums mit Plakat zu "Hereinspaziert!"
Das heutige Eingangsgebäude stammt aus dem Jahr 1843 und ersetzte das Klausurgebäude des Klosters. Es wurde als Armenhaus genutzt. Heute befindet sich darin der Museumsshop, das Restaurant "Le Croy" und die ständigen Ausstellungen zur Geschichte der Region. Ein wahres Highlight des Hauses ist der Lichthof – der mit Glas überdachte Innenhof. Er ist komplett in weiß gehalten und ein starker Kontrast, wenn man ihn aus dem Eingangsbereich heraus betritt.

Der Innenhof des Hauptgebäudes wird mit Glasdach zum Lichthof
Die Gemäldegalerie steht teilweise auf den Fundamenten der ehemaligen Klosterkirche. Sie wurde 1793 bis 1797 als Stadtschule nach Plänen des Malers Johann Gottfried Quistorp errichtet und mehrfach umgebaut. Zuletzt ist sie 1998 bis 2000 modernisiert und auf die Bedürfnisse der Gemäldesammlung abgestimmt worden. Hell, offen und sehr luftig gestaltet bietet die Galerie über zwei Stockwerke verteilt interessante Sichtachsen und besticht am warmen Tagen durch ein angenehmes Klima.
Alle vier Gebäude sind über die Museumsstraße miteinander verbunden, so dass Besucher ihren Rundgang trockenen Fußes durch die verschiedenen Ausstellungen machen können. Das Sanierungskonzept mit der gläsernen Halle, in der auch Vorträge stattfinden, hat den Landesbaupreis bekommen.

Die Museumsstraße wird zur Spielstraße
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