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Ausflug ins Mecklenburgische Volkskundemuseum in Schwerin-Mueß

Blick auf das Freilichtmuseum MueßAm Südufer des Schweriner Sees an der Mueßer Bucht liegt das ehemalige Dorf Mueß, das seit den 1930er Jahren ein Stadtteil der Landeshauptstadt ist. Gerade im Sommer ist es beliebtes Ausflugsziel, denn sein historischer Kern ist ein Freilichtmuseum und beherbergt das Mecklenburgische Volkskundemuseum. Schwerin-Mueß ist gut mit dem Auto erreichbar. Der Ortsteil liegt direkt An der Crivitzer Chaussee (Bundesstarße 321). Auch mit dem Nahverkehr kommt man gut hin. Die Buslinie 6 in Richtung Pinnow/Godern/Görslow fährt über Schwerin-Mueß und hält direkt am Freilichtmuseum. Viel schöner ist es jedoch, den Ausflug am Schloss beginnend den Weg am Schweriner See zu genießen – zu Fuß oder mit dem Rad. Für die zirka sieben Kilometer ab Schloss sollten mit dem Rad 45 Mininuten eingeplant werden.

Vom Schloss geht es über die Lennéstraße durch den Schlossgarten zum Franzosenweg. Danach fast immer in Sichtkontakt am See entlang bis zum Zippendorfer Strand. Hier könnte eine kleine Badepause eingelegt werden, oder ein Besuch bei der Naturschutzstation Zippendorf, in der man sich zur Flora und Fauna des Sees und seiner Inseln informieren kann. Vom Zippendorfer Strand geht es nun rechts Richtung Crivitzer Chaussee. Dort gibt es einen Fahrradweg, der einen weiter nach Mueß bringt. Links bei der Ampel in die alte Crivitzer Landstraße abbiegen. Linker Hand befindet sich das Freilichtmuseum. Im Folgenden einige Highlights des Museums:

Die Büdnerei

Büdnerei um 1900Der Eingang ist in der Straße Zum Alten Bauernhof in der Büdnerei. Hier befindet sich das Kasse des Museums mit angrenzender Ausstellung zum Büdnerwesen, Ausstellungs- und Verkaufsfläche. Die Büdnerein waren Kleinbauern stellen, die in Mecklenburg bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt wurden. Sie entsprachen zunächst in ihrer Bauweise den niederdeutschen Hallenhäusern, waren aber kleiner bemessen.

Später wurden sie auch in Massivbauweise mit Ziegeldach errichtet. Dazu steht auf dem 5,5 Hektar großem Gelände ein Bau aus dem Jahre 1905. Die Einrichtung zeigt wie sich das bäuerliche Wohnen unter dem Einfluss der nahen Stadt zunehmend verändert hat.

Das Mecklenburgisches Volkskundemuseum

Eine umfangreiche Sammlung zur Volkskunde bildet den Grundstock des Mecklenburgischen Volkskundemuseums. Die umfangreiche Sammlung, die über die Jahre stetig erweitert wurde, geht auf den Volkskundler Richard Wossidlo (1859 – 1939) zurück. Kulturgüter wie Trachten, Keramik, handwerkliche Geräte, sprich alltägliche Gegenstände ermöglichen dem Museum sowohl Dauerausstellungen, z.B. zu Trachten der Region oder der Fischerei, aber auch abwechslungsreichen Sonderausstellungen auf dem Gelände des Freilichtmuseums.

Der Bauernhof

BauernhausEines der beeindruckensten Gebäude ist der Bauernhof, der das Zentrum des Freilichtmuseums bildet. Zu ihm gehört ein niederdeutsches Hallenhaus, das zu den ältesten in der Umgebeung Schwerins gehört. Es wurde kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) errichtet und beherbergt sowohl den Wirtschafts- als auch den Wohnbereich. Das Gebäude ist in seinem bestehen öfter mal umgebaut und den Erfordernissen angepasst worden. Das Fachwerkhaus hat ein Reetdach in Zweiständerbauweise, das sehr weit heruntergezogen ist. In den niedrigen Räumen, auch Kübbungen genannt, die dadurch entstanden, waren Ställe untergebracht.

Zum Hof gehören auch ein Hofplatz mit Ziehbrunnen, auch Sod genannt, und die Scheune mit Göpel, eine mechanische Vorrichtung zum Antrieb von Maschinen.

Die Schmiede

In der SchmiedeDas Freilichmueum besteht seit 1970. In der Zwischenzeit sind zu den ursprünglichen Gebäuden der Bauern und Fischer "neue" Häuser hinzugekommen, zum Beispiel die Dorfschmiede. Das Gebäude wurde 1736 in Stove erbaut und 1975 von Stove nach Mueß umgesetzt. Es sich handelt hierbei um ein Fachwerkgebäude mit dem eigentlichen Schmiederaum und einer großen Vorlaube. Die Ausstattung der Schmiede erfolgte im Wesentlichen mit dem reichhaltigen Schmiedewerkzeug des ehemaligen Besitzers. Von besonderem Interesse ist die große Herdanlage mit ihren Öffnungen für den Rauchabzug, die Ascheentnahme und das große Gebläse. Seit der Eröffnung der Schmiede 1976 finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt, die das alte Schmiedehandwerk veranschaulichen.

Streuobstwiesen und Dorfschulensemble

DorfschullehrergartenZum Gelände gehört auch eine Streuobstwiese und ein Dorfschulensemble mit Lehrergarten. Beide widmen sich thematisch dem 19. Jahrhundert. Auf den Streuobstwiesen befinden sich in etwa 240 Obstbäume mit verschiedenen Sorten. Die Dorfschule hat einen Klassenraum mit den typischen Bänken, dem Lehrerpult, einem Abakus und Karten. Besonders ist der Garten, der zur Schule gehört. Er wurde 2002 bis 2003 nach einer historischen Quelle angelegt, in der Lehrer E. Gang um das Jahr 1888 beschreibt, wie ein idealtypischer Lehrergarten angelegt ist und welche Pflanzen er enthält. Kernelemente sind der sortenreiche Gemüse- und Staudengarten, die Baumschule, der Bienenschauer und die Maulbeerhecke. Insgasamt 60 verschiedene Gemüsesorten aus dem 19. Jahrhundert sind in diesem Garten zu finden.

Im Sommer lohnt sich ein Besuch im Museumscafé. Zahlreiche Veranstaltungen von Pflanzen- und Handwerkermärkten, Kunst- und historischen Ausstellungen zur Volkskunde, Lesebühne oder Puppentheater, aber auch Vorträge und Workshops gehören zu den jährlichen Veranstaltungen des Freilichtmuseums.

Ein weiteres Ausflugsziel ganz in der Nähe: Reppiner Burg

Reppiner Burg, Foto: By Niteshift (self taken photo) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC-BY-2.5], via Wikimedia CommonsWer nach dem Besuch im Freilichmuseum Schwerin-Mueß noch Zeit und Muße hat, findet ganz in der Nähe eine weiteres Ausflugsziel: Reppiner Burg. Folgen Sie dazu der Straße Zum Alten Bauernhof und dann dem Wanderpfad. Die künstliche Burgruine aus dem frühen 20. Jahrhundert hat eine Aussichtsplattform, von der man gut über die Mueßer Bucht bis zu den Inseln Ziegel- und Kaninchenwerder sehen kann.


Diese Thementour wurde durch die Redaktion des Kulturportals MV mit Zuarbeit des Mecklenburgischen Volkskundemuseums / Freilichmuseum Schwerin-Mueß erstellt. Die Rechte der Bilder, bis auf Reppiner Burg, liegen beim Museum.

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