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Technikgeschichte unter freiem Himmel

Geschichte ist nicht nur etwas fürs Museum. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der entdeckt sie an fast jeder Ecke. Eine kleine Plakette verrät z.B. unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Manche stehen nicht nur wegen ihrer Architektur unter Schutz, sondern auch weil sie einmal ein besondere Funktion ausgeübt haben. Mühlen, Wassertürme, Wehre oder Industrieanlagen – bei den technischen Denkmalen gibt es eine große Vielfalt. Was gibt es denn zum Beispiel in der Landeshauptstadt Schwerin zu entdecken?

Anfahrt mit dem Zug

Hauptbahnhof SchwerinWer mit dem Zug in die Stadt kommt, steigt gleich in einem technischen Denkmal aus. Der Schweriner Hauptbahnhofsteht nämlich unter Denkmalschutz. Seit 1847 gibt es an diesem Ort einen Bahnhof. Das derzeitige Empfangsgebäude wurde jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts erbaut (von 1888 bis 1890) und ist ein typischer Bau im Repräsentationsstil. Die technischen Anlagen sind modernisiert worden. Für Eisenbahngeschichte ist das Mecklenburgische Eisenbahnmuseum gleich um die Ecke ein guter Anlaufpunkt.

Zum Hauptbahnhof gehört auch noch ein heute geschlossener Tunnel. Er ist zur gleichen Zeit wie das Empfangsgebäude entstanden und gehört ebenfalls zu den technischen Denkmalen von Schwerin.

Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum

Mecklenburgisches Eisenbahn- und TechnikmuseumGanz in der Nähe befindet sich das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum. Einmal im Monat öffnet es mit seiner umfangreichen Sammlung die Pforten. Seine umfangreiche Sammlung reicht von alter Stellwerkstechnik über Werkzeuge und kleine Modelle bis hin Eisenbahnwagons und funktionierenden Dampf- und Diesellokomotiven. Regelmäßig gibt es Sonderfahrten, dann kann man das Reisegefühl vergangener Zeiten nachempfinden.

Nach Absprache können Kindergeburtstage und Familienfeiern im Schatten der Lokomotiven begangen werden. Außerdem ist das Museum Partner der Jugendherberge Schwerin und bietet darüber Technikführungen an.

Mit offenen Augen durch die Stadt

E-Werk am PfaffenteichVom Grunthal Platz die Straße Zum Bahnhof runter kommt man zum Pfaffenteich. Von der Petermännchenfähre aus kann man die drei großen Kirchen, den Dom im Süden, die Paulskirche im Westen und die Schelfkirche im Osten sehen. Am Nordufer des Pfaffenteichs auf dem Spieltordamm steht das E-Werk, ein weiteres technisches Denkmal. Vom 1904 bis 1969 versorgte es Schwerin zunächst mit Gleich- und später mit Wechselstrom. In dem auffälligen Gebäude befindet sich heute eine Spielstätte des Mecklenburgischen Staatstheaters und die Ausstellungsräume des Kunstvereins Schwerin.

Hinter dem Spieltordamm, was sich übrigens vom Mitteldeutschen Wort "Spiel" ableitet und Pfahl bedeutet, befindet sich der Ziegelinnensee. Dort kann man zwei technische Denkmale finden. Zum einen einen Portaldrehkran aus dem dem Jahre 1977, der immer noch zum auslegen von Booten genutzt wird und den Speicher, ein Silo aus den 1930er Jahren, das heute ein Hotel beherbergt.

Auch in der Mecklenburgstraße befindet sich ein technisches Denkmal: die Hauptpost. Das Gebäude stammt aus den Jahren 1892 bis 1897 und hat einen Telegrafenturm mit Postuhr. Post und Turm wurden in den 1990er Jahren detailgetreu restauriert.

Drehbrücke LennéstraßeAnziehungspunkt Nummer eins für Schwerinreisende ist das Schweriner Schloss. Es liegt schließlich so malerisch auf einer kleinen Insel im Schweriner See und kann nur über zwei Brücken erreicht werden. Eine dieser Brücken, die vom Schloss in den Schlossgarten führt, ist ein weiteres technisches Denkmal. Es handelt sich hier um die älteste erhaltene Drehbrücke Mecklenburg-Vorpommerns, Baujahr 1897. Obwohl hauptsächlich als Wegebrücke genutzt, wird regelmäßig geprüft, ob der Mechanismus noch einwandfrei funktioniert. Er wurde in den 1990er Jahren repariert.

Die Schleifmühle

Schleifmühle SchwerinDer Weg führt weiter durch den Schlossgarten. Am südöstlichen Rand der Parkanlage findet sich ein weiteres technisches Denkmal – die Schleifmühle. Die Mühle in Sichtweite des Faulen Sees wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Seit 1985 ist sie ein Technisches Museum, in dem das Schneiden und Schleifen von Natursteinen demonstriert wird. Die Mechanik wird durch ein Wasserrad in Gang gesetzt.

Im Sommer laden das Mühlen-Café und verschiedene Veranstaltungen zum Verweilen ein. Bei Schwerinern und Gästen sind Musik- und Kunstveranstaltungen im Hof der Schleifmühle sehr beliebt. Die Schleifmühle kann von April bis November besucht werden.

Im Schatten des Fernsehturms

Schweriner FernsehturmZwei Fliegen auf einen Streich kann man folgendem Ausflugziel erledigen: den Schweriner Fernsehturm. Er lässt sich zwar nicht vergleichen mit dem großen Bruder in Berlin, aber auch er liefert bei gutem Wetter einen spektakulären Rundumblick aus 97,5 Metern Höhe auf Schwerin. Einen besseren bekommt man vielleicht nur noch aus dem Heißluftballon. Insgesamt ist der Trum von 1964 rund 136 Meter hoch. Wer ohne Höhenangst ist kann im Turmcafé den Ausblick genießen.

Gleich neben dem Fernsehturm befindet sich in der Halle am Fernsehturm das Internationale Feuerwehrmuseum Schwerin. Auf 4.500 m² Ausstellungsfläche gibt es u.a. über 100 Fahrzeuge, Anhänger und Großgeräte aus der Geschichte der Feuerwehr zu sehen. Die ältesten Exponate reichen zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Viele der Ausstellungsstücke sind noch funktionstüchtig.


Diese Thementour wurde durch die Redaktion des Kulturportals MV erstellt. Die Bildrechte liegen beim Kulturportal MV, den betreffenden Museen und beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege.

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