Von Anklam nach Berlin - der Lebensweg der Brüder Lilienthal
In Anklam geboren, in Berlin begraben - das gilt für Otto und Gustav Lilienthal. Will man auf den Spuren beider auch Ottos Flugplätze besuchen, muss man sich dem Süden Berlins in einem Bogen von Westen nähern.
Zwischen Rathenow und Kyritz liegt das Ländchen Rhinow, Otto Lilienthals "Leistungsfluggelände". Eine Hügelkette bei den Dörfern Stölln und Rhinow gestattete Flüge bis 250 m. Der "Gasthof zum 1. Flieger" in Stölln kann getrost als 1. Fliegerkneipe der Welt gelten und lockt heute mit echt Lilienthalscher Speisekarte. Ein Verkehrsflugzeug des Typs IL 62 dient als Museum.
Die ersten Flüge Lilienthals gelangen aber bereits 1891 vom Windmühlenberg in Derwitz (Autobahnabfahrt Groß-Kreutz). Hier kündet seit 1991 ein inspirierendes Denkmal (Abbildung) von dem geschichtsträchtigen Ereignis.
Lilienthals häufigster Flugort - gewissermaßen sein Werksflughafen - war der künstliche Fliegeberg in Lichterfelde (heute ein Stadtteil Berlins), 15 m hoch, mit Startbahn und Hangar - der erste Flugplatz der Welt. Er wurde schon in den 30er Jahren zu einem Gedenkpark umgestaltet. (Abbildung 2)
Von hier geht es vorbei an dem Lilienthal-Denkmal im Bäkepark (Abbildung 3) - dem angeblich schönsten Denkmal, das je einem Techniker errichtet wurde - nach Alt-Lichterfelde, dem Wohnort beider Brüder. Heute zeugen noch 22 Villen im englischen Tudor-Stil von Gustav Lilienthals Konzept einer Wohnungsreform.
Überhaupt haben Gustavs Spuren die Zeit besser überdauert als Ottos Wohnhäuser, seine Maschinen- und Flugzeugfabrik oder sein Volkstheater. Man findet Gustavs Reformprojekt "Freie Scholle" im Norden Berlins, Bauten in den Bodelschwinghschen Anstalten bei Bernau und Häuser in der Obstbaukolonie Eden/Oranienburg.
(Text: Otto-Lilienthal-Museum)
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