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Am 11. November, dem Martinstag, erhalten die Bürger der Stadt Schwerin zum wiederholten Male Besuch vom Lübecker Martensmann. Traditionell galt der "heilige Martin" als Schutzheiliger der Freigiebigen und als Weinpatron. Schon seit 1567 wurde durch einen von der Stadt Lübeck ausgewählten, trink- und essfreudigen, so genannten Martensmann, ein Fass Rheinwein an den fürstlichen Hof nach Schwerin gebracht. Die Laterne des Lübecker Martensmannes gehört dabei zu den unverzichtbaren Utensilien der alljährlich stattfindenden Zeremonie. Diese Laterne aus durchbrochenem und ausgeschnittenem Messing ist mit zahlreichen Hornscheiben besetzt, die das Licht der im Inneren der Lampe befindlichen vier Kerzen durchscheinen lassen.
Die Laterne wird im Zusammenhang mit dem Martensmannbrauch erstmals in der Mitte des 18. Jahrhunderts erwähnt. Hiernach handelt es sich um "Eine grosse Leuchte, womit der Martens Mann heraus geholet wird". 1838 wurde sie im Keller des Großherzoglichen Schlosses Schwerin wiedergefunden. Heute wird das wertvolle Stück im Mecklenburgischen Volkskundemuseum Schwerin aufbewahrt.
Auf Initiative der Stiftung Mecklenburg wurde 1993 eine Replik der Laterne angefertigt. Seitdem dient sie alljährlich der "Verleuchtung" und wird beim Festzug des Martensmannes durch einen Rathsdiener vorausgetragen.

Sammlung Mecklenburgisches Volkskundemuseum Schwerin, Inv.-Nr. 4208 Vk, 17. Jahrhundert, Höhe 79 cm, Foto: Volker Janke, 3D-Visualisierung mit freundlicher Unterstützung von Phase One, Köln.
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